Prostata-Langzeitvor­sorge

Prostatakrebs-Früherkennung verbessern

Die Klinik für Urologie des Kantonsspitals Aarau konnte bei Schweizer Prostatakrebspatienten in Zusammenarbeit mit der Universität in Toronto mehrere «Hochrisiko-Mutationen» auf deren DNA nachweisen. Diese Mutationen betreffen einzelne DNA-Bausteine, sogenannte Nukleotide. Sie erlauben mit hoher Wahrscheinlichkeit, aggressiven Prostatakrebs von weniger aggressivem oder von gesundem Gewebe zu unterscheiden. Dabei scheint Chromosom 19, bei dem sich die Kodiersequenz für das Prostata Spezifische Antigen (PSA) befindet, von grossem Interesse zu sein. Es trägt die genetischen Veränderungen, welche die Entstehung von Prostatakrebs begünstigen.

Ähnlich wie die durch Angelina Jolie bekannt gewordenen «Brustkrebsgene» BRCA 1 und 2 könnte diese Entdeckung helfen, gezielter die Patienten zu finden, die eine intensive Prostatakrebsvorsorge benötigen. Aufgrund der viel versprechenden Ergebnisse dieser Studie hat der Forschungsrat des KSA ein weiteres Forschungsprojekt gutgeheissen, welches Einzel-Mutationen an Chromosom 19 sowie weiteren Chromosomen untersucht.

Prof. Dr. med. Franz Recker, Chefarzt Klinik für Urologie
Dr. med. Maciej Kwiatkowski, Oberarzt mbF, Klinik für Urologie
Geschäftsbericht KSA 2015