Wund­infektionen

Postoperative Wundinfektionen

Seit 2014 werden die von Spitälern erhobenen, von swissnoso analysierten Raten postoperativer Wundinfektionen (Surgical Site Infections, SSI) veröffentlicht. Die Vergleichbarkeit dieser Daten ist jedoch umstritten. Die SSI-Rate hängt nicht nur vom Chirurgen und von der sterilen Arbeitsweise ab, sondern ebenso von den Vorerkrankungen, dem Zustand der Patienten direkt vor dem Eingriff, der Komplexität eines Eingriffes wie auch von Kombinationen mit anderen Eingriffen.

Die Spitalhygiene verglich die eigenen KSA-Daten mit Kantonsspitälern ähnlicher Grösse und Leistung (Luzern, St. Gallen). Dabei zeigte sich: National überdurchschnittliche Infekt-Raten, untereinander aber keine signifikanten Unterschiede. Hingegen hatten diese Patienten mehr Nebenerkrankungen und waren generell in einem schlechteren Zustand. Auch war die Operationsdauer, ein Kennwert für die Komplexität eines Eingriffes, deutlich erhöht. Die Analyse bestätigte zudem, dass bisher in der swissnoso-Analyse nicht berücksichtigte Faktoren wie z. B. Notfalleingriffe die Infekt-Rate erhöhten. Damit werden Zentrumsspitäler wie das KSA benachteiligt. Das KSA bemüht sich bei swissnoso um eine differenziertere Datenanalyse, mit der die Spitäler wirklich verglichen werden können.

Prof. Dr. med. Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene
Prof. Dr. med. Walter Marti, Chefarzt Klinik für Chirurgie (bis Ende April 2016)