Aus der Praxis – für die Praxis

Die von den beiden Kantonsspitälern Baden und Aarau gegründete Aargauische Fachschule für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege (afsain) bietet seit acht Jahren Weiterbildungsangebote für dipl. Pflegefachpersonen.

Interview mit Kurt Sperl, Schulleiter afsain

Was wird an der afsain konkret angeboten?

Die afsain ist eine Anbieterin von hochwertigen, praxisorientierten Aus- und Weiterbildungsangeboten für diplomierte Pflegefachpersonen auf Stufe Höhere Fachschule, die in einer Fachabteilung wie Anästhesie-, Intensiv- oder Notfallmedizin oder auf einer Intermediate-Care-Station (IMC) arbeiten. Wir bieten berufsbegleitend drei Nachdiplomstudiengänge (NDS) für Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege, einen Nachdiplomkurs (NDK) für Intermediate Care (IMC) sowie verschiedene Weiterbildungskurse (UPDATE-Kurse) in Anästhesie-, Intensiv- oder Notfallpflege an.

Wie verstehen Sie Ihren Auftrag?

Wir vermitteln Fachwissen für den Spitalalltag. Um dieses sicherzustellen, haben wir uns auf allen drei Ebenen unserer Angebote einem sehr hohen Qualitätsstandard verschrieben. Dazu stellen wir den engen Bezug zur Spitalpraxis in den Vordergrund. Und dies anerkanntermassen: Die afsain wurde 2011 von der eidgenössischen Kommission für höhere Fachschulen des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) als erste Schule der Branche anerkannt, IFNA und SIGA haben unsere Ausbildungen in ihren Bereichen ebenfalls ausgezeichnet.

Wie hat sich die Schule in den letzten Jahren entwickelt?

Unser Schulangebot ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und hat sich stets am Bedarf der Spitalpartner orientiert. Und auch wenn wir Qualität klar über Quantität stellen – auch zahlenmässig verlief die Entwicklung in den letzten Jahren sehr erfreulich. Die Zahl der NDS-Studierenden hat sich seit 2010 verdoppelt. Jene bei den NDK sind leicht steigend, und bei den UPDATE-Kursen sind wir mit über 380 Teilnehmenden im Jahr 2015 bezogen auf die Infrastruktur sogar an unsere Kapazitätsgrenzen gestossen. Diese erfreulichen Zahlen zeigen, dass der Weg absolut stimmt.

Wie rekrutieren Sie die Studienteilnehmer?

Völlig unterschiedlich. Die Teilnehmenden der NDS werden über die Arbeitgeber, d. h. die Partnerspitäler rekrutiert. Studierende stammen ausnahmslos aus dem Spitalalltag. Fachwissen erweitern und sich damit beruflich neue Perspektiven schaffen, das ist ihre Motivation. Sei es aus Eigenantrieb oder auch im Rahmen von Weiterbildungsprogrammen der Arbeitgeber. Deshalb sind überaus zufriedene Absolventen unserer Kurse und Studiengänge auch die mit Abstand besten Botschafter.

Was zeichnet die afsain aus?

Die absolute Praxisnähe der Angebote mit angesehenen Referenten aus der Praxis zeichnet unsere Angebote aus. «Aus der Praxis – für die Praxis» ist deshalb bei der afsain Programm.

KSA-Absolventen der letzten fünf Jahre

Interviews mit Berufsbildnern

V. l. n. r.: Panajota Schär, Patrick Schmidt, Caroline Muff, Rahim Lascandri, Stephan Frey

Interview mit Caroline Muff, Berufsbildnerin und Berufsbildungs­verantwortliche Pflege

Was waren die Stationen Ihres bisherigen beruflichen Lebenslaufs?

Nach der Bezirksschule absolvierte ich die drei Jahre dauernde Handelsschule. Danach machte ich die vierjährige Lehre zur diplomierten Pflegefachfrau. Gleich nach der Lehre habe ich im KSA auf diesem Beruf weitergearbeitet. Ich machte danach noch die Weiterbildung im Bereich Management und arbeitete als stellvertretende Stationsleitung. Nach einigen Jahren wechselte ich in die Berufsbildung.

Wie sind Sie Berufsbildnerin geworden? Brauchten Sie gewisse Schulungen?

Durch Zufall. Ich habe den Berufsbildner-Kurs absolviert, der 330 Stunden Pädagogik umfasst.

Wie lange sind Sie schon Berufsbildnerin im KSA?

Ich bin schon sieben Jahre Berufsbildnerin am KSA und seit November Berufsbildungsverantwortliche Pflege.

Haben Sie Freude, mit den jetzigen Lernenden zu arbeiten?

Es gibt immer die 0,01 %, bei denen es etwas schwieriger ist, aber zu 99,9 % ein klares Ja.

Was sind Ihre schlechtesten Erfahrungen bisher mit Lernenden gewesen?

Ein Lernender hat meine Beurteilung nicht akzeptiert und hat mich und meine Familie bedroht.

Was werden Sie bei den Lernenden 2016 vielleicht besser oder anders machen?

Ich möchte früher das Gespräch suchen, wenn ich bemerke, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auch will ich mich mehr auf mein Bauchgefühl verlassen.

Interview mit Panajota Schär, Berufsbildnerin KV

Was waren die Stationen Ihres bisherigen beruflichen Lebenslaufs?

Ich habe eine Lehre als Dentalassistentin absolviert. Danach bin ich zu einer Versicherung gewechselt, bei der ich zur eidgenössischen Kaufversicherungsfachfrau ausgebildet wurde. Anschliessend bin ich dort Teamleiterin geworden. Mit dem Wechsel ins KSA übernahm ich die Stelle einer Tarifspezialistin und gleichzeitig auch die der Berufsbildnerin für die KV-Lernenden.

Wie sind Sie Berufsbildnerin geworden? Brauchten Sie gewisse Schulungen?

Für die Stelle musste ich einen einwöchigen Kurs absolvieren, der auf die Berufsbildung von KV-Lernenden spezialisiert ist

Wie lange sind Sie schon Berufsbildnerin im KSA?

Ich arbeite schon seit fünf Jahren als Berufsbildnerin im KSA.

Haben Sie Freude, mit den jetzigen Lernenden zu arbeiten?

Ich habe immer Freude, mit den Lernenden zusammenzuarbeiten. Es gibt sowohl traurige und anstrengende als auch lustige Situationen. Wenn ich keine Freude hätte, mit Lernenden zu arbeiten, würde ich diesen Beruf nicht ausüben.

Was sind Ihre schlechtesten Erfahrungen bisher mit Lernenden gewesen?

Eine Lernende brach nach wenigen Monaten die Ausbildung ab.

Was werden Sie bei den Lernenden 2016 vielleicht besser oder anders machen?

Es sind keine Änderungen geplant, da es sehr gut läuft.

Interview mit Patrick Schmidt, Berufsbildner Küche

Was waren die Stationen Ihres bisherigen beruflichen Lebenslaufs?

Ausbildung als Koch, danach eine Zusatzausbildung zum Diätkoch und anschliessend die Weiterbildung zum Chefkoch.

Wie sind Sie Berufsbildner geworden? Brauchten Sie gewisse Schulungen?

Dies gehört zum Aufgabenbereich des stellvertretenden Leiters Küche. Ein Berufsbildner-Kurs ist dafür zwingend notwendig.

Wie lange sind Sie schon Berufsbildner im KSA?

Seit zwei Jahren.

Haben Sie Freude, mit den jetzigen Lernenden zu arbeiten?

Ja, die Freude muss man haben, sonst muss man sich nicht für den Berufsbildner entscheiden.

Was sind Ihre schlechtesten Erfahrungen bisher mit Lernenden gewesen?

Die Motivation und Begeisterung für den Beruf als Koch fehlen manchmal. Konkrete schlechte Erfahrungen hatte ich jedoch noch nie.

Was werden Sie bei den Lernenden 2016 vielleicht besser oder anders machen?

Es gibt immer wieder Neuerungen und Änderungen in der Lehrlingsausbildung. Es ist ein ständiger Prozess der Anpassung und Verbesserung.

Interview mit Rahim Lascandri, Berufbildner Fachmann/Fachfrau Betreuung Kind

Was waren die Stationen Ihres bisherigen beruflichen Lebenslaufs?

Ich habe zuerst eine Ausbildung zum Zoofachverkäufer absolviert. Nach der Rekrutenschule begann ich ein Praktikum in einem Jugendtreff. Diese Erfahrung bestärkte mich, ein Praktikum in einem sozialen Beruf zu absolvieren. Während des Praktikums in einer Kita bot man mir die Möglichkeit zur Ausbildung zum Fachmann Kleinkinderzieher (heute Betreuung Kind) an. Ich durchlief eine dreijährige Ausbildung und bin heute Fachmann Betreuung Kind.

Wie sind Sie Berufsbildner geworden? Brauchten Sie gewisse Schulungen?

Ich habe im Juni 2006 mit der Arbeit als Gruppenleiter in der Kita KSA Zwärglihuus begonnen. Aufgrund der zunehmenden Zahl von Auszubildenden auf Sekundarstufe 2 erhielt ich die Chance, mich zum Berufsbildner in der Kita KSA Zwärglihuus weiterzuentwickeln.

Wie lange sind Sie schon Berufsbildner im KSA?

Ich bin seit August 2008 Berufsbildner in der Kita KSA Zwärglihuus.

Haben Sie Freude, mit den jetzigen Lernenden zu arbeiten?

Mit Menschen zusammen zuarbeiten war schon seit Beginn meiner ersten Ausbildung eine Herzensangelegenheit. Die Begleitung und Unterstützung in einer solch herausfordernden Lebensphase wie der Lehre erachte ich als Privileg. Zudem ist dies oftmals der Einstieg in die Berufswelt und soll positiv verlaufen.

Was sind Ihre schlechtesten Erfahrungen bisher mit Lernenden gewesen?

Es sind die Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt, und die müssen angesprochen werden.

Was werden Sie bei den Lernenden 2016 vielleicht besser oder anders machen?

Ich gebe mein Bestes, damit die Lernenden Theorie und Praxis noch mehr miteinander vereinen und mit gut gefüllten Rucksäcken ihre Ausbildung erfolgreich beenden und in den Berufsalltag starten können.

Interview mit Stephan Frey, Berufsbildner Schreinerpraktiker/in

Was waren die Stationen Ihres bisherigen beruflichen Lebenslaufs?

Ich habe eine Lehre als Möbelschreiner absolviert. Danach reiste ich durch Nepal und Indien. Zurück in der Schweiz arbeitete ich wieder in einer Schreinerei. Bei einem Sprachaufenthalt in Zentralamerika lernte ich Spanisch und war dann lange Zeit im Küchenbau tätig, bevor ich ins KSA wechselte.

Wie sind Sie Berufsbildner geworden? Brauchten Sie gewisse Schulungen?

Voraussetzung war eine abgeschlossene Schreinerlehre und der Besuch des einwöchigen Berufsbildnerkurses.

Wie lange sind Sie schon Berufsbildner im KSA?

Ich bin schon zwei Jahre Berufsbildner im KSA.

Haben Sie Freude, mit den jetzigen Lernenden zu arbeiten?

Es macht mir sehr viel Spass, mit meinem (leider) einzigen Lernenden zu arbeiten.

Was sind Ihre schlechtesten Erfahrungen bisher mit Lernenden gewesen?

Ich wurde schon einmal von einem Lernenden angelogen, allerdings in einem anderen Betrieb.

Was werden Sie bei den Lernenden 2016 vielleicht besser oder anders machen?

Ich möchte die Lernenden ein bisschen mehr fordern.

Planung, Durchführung und Interviews sowie Auswahl Foto-Location durch die Lehrlinge Alessandro Woodtli und Robin Keller (kein Bild)